
Ein Raum der Hoffnung im Rathaus von Ljuboml
Unsere Partner in der ukrainischen Stadt Ljuboml, nur wenige Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, haben uns vergangene Woche herzlich empfangen. Die Freude über unseren persönlichen Besuch war groß, und mit sichtbarem Stolz führten sie uns durch ihre Räumlichkeiten. Dann folgte eine Überraschung, die uns tief bewegte: Der Bürgermeister selbst hat ihnen im Rathaus einen Raum zugeteilt!
Dieser Raum ist weit mehr als nur ein Büro. Er ist zu einem Zufluchtsort für Menschen geworden, die ihre Heimat hinter sich lassen mussten. Hier finden die sogenannten »Übersiedler« nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern offene Ohren und Herzen. Unsere Partner nehmen sich Zeit für seelsorgerliche Gespräche, beten mit den Menschen und stehen ihnen in ihrer Not bei. Gleichzeitig stellen sie ihnen praktische Hilfe wie Kleidung, Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs zur Verfügung. Jeder Schritt, jede helfende Hand vermittelt den Notleidenden: Ihr seid nicht allein, ihr seid gesehen.
Besonders eindrücklich war für uns das Klima in der Stadt. Als wir mit dem Bürgermeister nach einem Gottesdienst in der Kapelle ins Gespräch kamen, war die Atmosphäre voller Vertrautheit. Immer wieder blieben Menschen stehen, grüßten ihn, er grüßte zurück – nicht distanziert, sondern herzlich und nahbar. Dieses Miteinander von Verwaltung und Bevölkerung hat uns tief beeindruckt, denn es ist ein starkes Zeichen von Zusammenhalt in einer Zeit, in der Krieg und Unsicherheit im Land den Alltag prägen.
Wir sind überzeugt: Gott wirkt in Ljuboml. Dass mitten im Herzen der Stadt ein Raum für humanitäre und geistliche Hilfe geöffnet wurde, ist mehr als eine organisatorische Lösung – es ist ein sichtbares Zeugnis seiner Gnade. Wir sind dankbar, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern an diesem Ort einen Unterschied machen dürfen, und beten, dass die Türen des Rathauses noch lange offenstehen.

