News Sri Lanka
29. Juni 2026

Wolkenbruch und Kesseltreiben

SRI LANKA
Vor Kurzem wurde in Sri Lanka unser Altersheim mit angeschlossenem christlichem Zentrum eröffnet. Bereits in den Tagen rund um die Einweihung zeigte sich, dass das Projekt auch geistlich stark umkämpft ist. Lesen Sie dazu den Bericht unseres Projektverantwortlichen.

»Am Vorabend der Eröffnungsfeier des Altersheims und christlichen Zentrums Adara Piyasa übernachteten wir vor Ort. Die Nacht verlief jedoch herausfordernd: Gegen drei Uhr morgens zog ein heftiges Gewitter auf. Blitze schlugen zweimal in unmittelbarer Nähe ein – möglicherweise sogar direkt auf unserem Grundstück. Der Donner war ohrenbetäubend und fiel nahezu gleichzeitig mit den Blitzen. In der Folge kam es im gesamten Dorf zu einem länger anhaltenden Stromausfall. Wir empfanden diese Situation als Ausdruck eines geistlichen Kampfes in der unsichtbaren Welt.

Am nächsten Tag fand die offizielle Eröffnungsfeier im Beisein zahlreicher Dorfbewohner statt. Ein buddhistischer Mönch aus dem Ort stellte sich vehement gegen das Projekt. Er verbreitete das Gerücht, es solle hier eine Kirche entstehen, und versuchte, die Bevölkerung gegen das Zentrum aufzubringen. Doch die Dorfgemeinschaft folgte ihm nicht. Im Gegenteil: Viele bezeichneten das Zentrum als einen Segen für das Dorf. Der Mönch stand mit seiner Haltung zunehmend allein da. Ein Dorfbewohner widersprach ihm sogar offen, warf ihm vor, Unruhe in die Gemeinschaft zu tragen, und forderte ihn auf, damit aufzuhören. Andernfalls solle er den Ort verlassen.

Trotzdem gab der Mönch nicht nach. Er versuchte, lokale Politiker und buddhistische Leiter gegen unser Zentrum zu mobilisieren. Während der Eröffnungsfeier rief er die Polizei und versuchte, Anzeige gegen uns zu erstatten. Doch sein Vorhaben kehrte sich ins Gegenteil: Die Polizei nahm ihn fest und hielt ihn bis nach der Feier fest. Gleichzeitig erschienen fünf zivil gekleidete Polizisten bei unserer Veranstaltung. Sie hörten aufmerksam die Reden, nahmen an der Feier teil, genossen Kaffee und Kuchen und verschafften sich vor Ort einen eigenen Eindruck. Am Ende kamen sie zu dem Schluss, dass von unserem Zentrum keine Gefahr ausgeht – vielmehr erkannten sie darin einen Gewinn für das Dorf.

Unser lokaler Partner Pastor L. plant nun, den Mönch persönlich aufzusuchen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, eine respektvolle und friedliche Beziehung zu ihm aufzubauen und Spannungen innerhalb der Dorfgemeinschaft möglichst zu vermeiden.«

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