
Das Eis bricht am Polarkreis
Eine Gruppe gläubiger Koreaner besuchte unsere Gemeinde hinter dem Polarkreis in Sibirien. Dort leben die Ewenken, ein unerreichtes Volk. Ihr Misstrauen gegenüber den Fremden war anfangs groß, doch schon nach kurzer Zeit waren die Bedenken wie in Luft aufgelöst.
Die Gemeinde befindet sich in Tura, dem administrativen Zentrum der Ewenken. Im Winter fallen die Temperaturen hier teilweise auf bis zu minus 60 Grad. Trotz der extremen Bedingungen wächst seit einiger Zeit eine kleine christliche Gemeinschaft. Mittlerweile konnte sogar ein Haus für die Versammlungen erworben werden. Dennoch war es für viele Menschen aus dem Volk der Ewenken lange schwer, Vertrauen zu fassen und die Gottesdienste zu besuchen.
Die koreanischen Christen fanden einen ungewöhnlichen Zugang. Sie boten kostenlose professionelle Massagen an. Da sich die Ewenken äußerlich den Koreanern ein wenig ähnlich fühlen, entstand schnell eine natürliche Nähe. Viele Menschen nahmen das Angebot dankbar an und kamen in das Gemeindehaus. Die Nachfrage war so groß, dass nicht einmal alle Interessierten behandelt werden konnten.
Während die Menschen im Vorraum auf ihre Massage warteten, entstanden Gespräche über den Glauben. Mitarbeiter der Gemeinde nutzten diese Zeit, um zuzuhören, Fragen zu beantworten und für die Wartenden zu beten. Für viele war es die erste persönliche Begegnung mit Christen.
Der Sonntag brachte schließlich eine große Überraschung. Zum ersten Mal war der Gemeindesaal vollständig gefüllt. Mindestens zehn neue Besucher nahmen am Gottesdienst teil. Drei von ihnen entschieden sich noch während des Treffens bewusst für ein Leben mit Jesus Christus.
Für die kleine Gemeinde in Tura ist dies ein ermutigender Durchbruch. Nach langer Zeit des Misstrauens scheint das Eis gebrochen zu sein. Bitte beten Sie für die jungen Gläubigen und dafür, dass noch viele Menschen aus dem Volk der Ewenken das Evangelium hören und Hoffnung in Jesus finden.



