aktuell news head de

Istanbul2 web

Im Herzen Istanbuls

Wo noch vor Monaten Offenheit herrschte, schlägt uns heute Verachtung, Ablehnung und Hass entgegen.

Gleich nach unserer Ankunft wird uns klar, dass sich die Stimmung seit unserem letzten Besuch im April verändert hat. Überall begegnen wir einer hohen Polizeipräsenz und verschärften Kontrollen. Nur mit Mühe hat sich die kleine christliche Gemeinde eine Genehmigung für das Verteilen von Bibeln einholen können. Der amtliche Papierfetzen beeindruckt die häufig auftauchenden Polizisten jedoch kaum. So verbleiben uns nur wenige Stunden, um in der menschenreichsten Straße Istanbuls durch Gesang, persönliche Gespräche und Verteilen von Bibeln mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Wenige Stunden, in denen wir laufend von Polizisten und angeblichen Journalisten gestört werden. Ein schwarzgekleideter Mann sorgt für Unruhe, indem er unser Gesangsgrüppchen sprengt und lautstark »Allah ist groß« grölt.

Religionsfreiheit à la Türkei
Religionsfreiheit zeichnet sich hier vor allem durch ihr Fehlen aus. Dieselben Bibeln, die noch im April von über 3000 Menschen dankbar angenommen worden sind, werden jetzt abgelehnt. Zu groß scheint die Furcht zu sein, beim Entgegennehmen einer Bibel ertappt zu werden. Die Menschen sind spürbar gefangen durch ihre furchteinflößende Religion. Nur vereinzelt entstehen Gespräche, können wir sogar für Menschen beten. Daraus schöpfen wir die Kraft, weiterzumachen.
Dieser Einsatz hat mir die Augen dafür geöffnet, wie bedeutsam es ist, zu beten. Für Istanbul. Für das türkische Volk. Und für die Christen hier.
Die Stadt ist noch dieselbe – und doch ganz anders. Die Straßen und Plätze sind noch dieselben – doch die Atmosphäre hat sich innerhalb weniger Monate verändert. Die Stadt ist im Wandel. Ob zum Guten oder Schlechten, liegt in Gottes Hand und – auch an unseren Gebeten.


vorwaertsPfeil AVC Gebetsaktion »beten explosiv«