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Libanon»Schule ist wunderbar!«

Wer hat das als Jugendlicher schon voller Begeisterung ausgerufen? Einige gewiss, jedoch wohl nur die Minderheit. In einer Kleinstadt des Mount Libanon, zwischen Beirut und dem Bekaa-Tal gelegen, gehen alle 24 Mädchen und Jungen mit voller Freude und Eifer in ihre neue Schule.

Sie sind Flüchtlingskinder aus dem Irak und hoffen dort in den Bergen auf eine bessere Zukunft. Die Familien haben es schwer. Flüchtlinge aus dem Irak werden im Libanon von den Vereinten Nationen nur mangelhaft versorgt. Syrern geht es dagegen etwas besser. Seit über einem Jahr helfen wir etwa 50 Familien mit Lebensmitteln und mit »Dingen des täglichen Lebens« wie z.B. Kleidung, Möbeln und Öfen mit Brennstoff für den schneereichen Winter. Ohne das, könnten sie nicht überleben.

Doch alles hilft nur für den Augenblick. „Haben unsere Kinder keine Zukunft?“ fragten die Eltern. Wir haben alles verloren, sind aus der Heimat geflüchtet – doch was für ein Leben erwartet unsere Kinder? Als konkrete Antwort haben wir im Sommer beschlossen, für sie Schulunterricht zu organisieren. Drei irakische Lehrer unterrichten ab Oktober in drei Klassen nach den Vorgaben ihres Heimatlandes. Auf dem Stundenplan stehen Arabisch, Englisch, Mathematik, Geschichte und Geografie – und Toben nicht zu vergessen. Für die Älteren kommt separat Computerwissen hinzu. Ein strammes Programm. Das ist nur wirksam, wenn die Kinder auch lernfähig sind und nicht hungernd dem Unterricht folgen müssen. Deshalb geben wir ihnen jeden Morgen ein gutes Frühstück, das mit Heißhunger verschlungen wird. Hoffnung entwickelt sich trotz all der aktuellen und zukünftigen Schwierigkeiten, an die die Schüler nicht mehr denken. Für sie ist der Unterricht eine Garantie auf eine lebenswerte Zukunft.