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Kurush ReligionsfreiheitSchweiz Angriff auf Religionsfreiheit in der Schweiz

Ist religiös motivierte Christenverfolgung auch in der Schweiz angekommen? Der Fall unseres Mitarbeiters schockiert.

»Hey Mann!« Vor der Türe seines Wohnblocks wird er von hinten angerempelt, Kurush* dreht sich um. Der erste Faustschlag zertrümmert seine Nase.

»Die vier Männer fielen über mich her, ein Messer blitzte auf. Einer schlug mit dem Schlüsselring in der Faust auf meinen Hinterkopf ein. Minutenlang verprügelten sie mich.« Der Lärm schreckt Nachbarn auf, die Angreifer machen sich aus dem Staub. Das Opfer bleibt spitalreif zurück: mit gebrochener Nase, Hirnerschütterung, Platzwunden und Prellungen.

Kurush war im 2008 vom Iran in die Schweiz gekommen und ist vor zwei Jahren Christ geworden. Er lässt seinem Glauben Taten folgen, macht Einsätze an der türkisch-syrischen Grenze, unter anderem in Kobane. »Schon am ersten Tag sah ich viel Armut und Leid. Die Kinder sind ohne Schule, ohne Zukunftsperspektiven.« Kurush arbeitet vor allem mit Kindern. »Es geht mir darum, den Kindern eine Zukunft zu geben. So habe ich ein Kinderprogramm aufgezogen; mit Unterstützung von deren Eltern.«

Februar 2016: Kurush berichtet in einer Kirche in der Schweiz über seinen Glauben und seine Erfahrungen in der Türkei und in Syrien. Er weiß, dass ihn das gefährden könnte. »Man sagte mir, ich sei ein ›christlicher Dschihadist‹, einer der anderen Art.« »Nach dem Gottesdienst, auf dem Nachhauseweg, bemerkte ich ein paar Leute hinter mir. Weil ich albanische Freunde hatte, verstand ich ein paar Wortfetzen. Es waren offenbar Albaner.« Ahnungslos geht er weiter, bis zu dem verhängnisvollen Übergriff vor seiner Wohnungstür. »Heute ist mir nicht mehr wohl beim Nachhause gehen, besonders auch im Treppenhaus. In Syrien fühle ich mich zurzeit sicherer als hier in der Schweiz, weil mir dort nie etwas passiert ist.«

Der Schluss drängt sich auf, dass die Tat religiös motiviert war. Sind wir soweit, dass Fanatiker ihre religiöse Ideologie importieren und die Religionsfreiheit auch in der Schweiz zerschlagen wollen?