aktuell news head de

syrien umkehrerChina: Neue Feuerstöße des Drachen

China erlebt die schlimmste Verfolgungswelle seit zwei Jahrzehnten. Gemäß Quellen sollen seit Anfang 2018 bereits mehr als 10'000 Christen inhaftiert worden sein. Neu soll auch die Bibel frisiert werden. 

Chengdu, 9. Dezember 2018: Plötzlich kracht es, die Tür wird eingetreten. Eine Horde Polizisten stürmen in Kampfmontur in den Raum, wo sich Christen zu einem Gebetstreffen versammelt haben. Die großangelegte Razzia überrascht gleichzeitig mehrere Hauskirchen in der Stadt. 100 Leiter und Mitglieder einer Hauskirchenbewegung werden gefasst. Laut dem in Washington D.C. ansässigen Family Research Council, hat China seit dem 1. Januar 2018 bereits mehr als 10 000 Christen inhaftiert.

Schlimmste Verfolgungswelle seit zwei Jahrzehnten
Der aktuelle Terror übersteigt alles, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebt worden ist. Eine Konsequenz des astronomischen Wachstums der chinesischen Gemeinden, das von den kommunistischen Behörden als Bedrohung wahrgenommen wird. Weitere Repressionen expandieren in China: die landesweite digitale Überwachung durch Kameras mit Gesichtserkennung und Bonus-Malus-System, Sperrung christlicher Social-Media-Konten, geschäftliche Einschränkungen für Christen und Sanktionierung von Geschäftsbeziehungen mit ihnen.

»Chinesisierung« von Bibel und Christentum
Ein historisches Novum ist das Abkommen mit dem Papst vom September 2018. Es sieht vor, dass dieser sieben Bischöfe der »Katholisch-Patriotischen Vereinigung« in China anerkennt und deren Exkommunizierung aufhebt.

Im Weiteren soll die Bibel frisiert werden: Die offizielle Regierungskirche und der Chinesische Christenrat – Chinas staatlich anerkannte protestantische Einrichtungen – haben einen Fünfjahresplan entwickelt, um die chinesische Bibelübersetzung durch Hinzufügen von buddhistischen, konfuzianistischen und kommunistischen Elementen chinakonform zu gestalten. Eine ähnliche Attacke ist auch auf christliches Liedgut geplant.

Und jetzt erst recht
Umso bedeutsamer ist es, nationalen chinesischen Evangelisten Rückendeckung zu geben. Unser chinesischer Partner berichtet: »2015 haben wir begonnen, uns auf die zehn am wenigsten erreichten Bevölkerungsgruppen und 15 Städte in Westchina zu fokussieren. In dieser Zeit haben wir persönlich mehr als zweihundert hauptberufliche chinesische Evangelisten getroffen, die dort über geheime Netzwerke evangelistisches Material verteilen und bereits über eine halbe Million Menschen erreicht haben. Diese Städte markieren eine Art Epizentren unerreichter Gebiete Chinas – mit ebenso vielen Herausforderungen wie Möglichkeiten. Für uns das größte logistische und geistliche Bollwerk, das wir je in Angriff genommen haben – besonders angesichts der neuen staatlichen Repressionswelle.«

2019 konzentrieren sich die chinesischen Evangelisten darauf, das Evangelium neu zu vier großen Volksgruppen zu bringen: den Yi, Dong, Lisu und Miao. Ohne die Gruppen zu vernachlässigen, die seit 2015 aktuell sind: Uiguren, Mongolen, Kasachen, Tibeter, Hui und Zhuang.

Beten wir für China, dass die Christen auch den neuen Feuerstoß des Drachen überstehen.