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Nepal NewsNepal: Christ werden verboten

Im August 2017 verabschiedete das nepalesische Parlament ein neues Gesetz, das der Präsidentin Bidhya Devi Bhandari am 16. Oktober 2017 unterzeichnete. Dieses Gesetz verbietet das Konvertieren zu einer anderen Religion. Zuwiderhandlungen werden mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren und einer Geldbuße von rund 770 USD bestraft. Die Höhe des Betrages ist für einen Nepalesen nahezu unerschwinglich. Mit diesem Gesetz wird die Religionsfreiheit in nicht akzeptabler Weise eingeschränkt.

Hinter der Gesetzesinitiative stand wohl die Sorge, dass die wachsende Zahl an Christen mit hinduistischem Hintergrund anders nicht eingedämmt werden könne. Das Gesetz gilt zwar grundsätzlich für alle – auch Christen dürfen ihre Religion nicht wechseln - hauptsächlich soll es jedoch die Abkehr vom Hinduismus verhindern. Von den rund 30 Millionen Einwohnern Nepals sind 75 Prozent Hindus.

Da das Gesetz nicht nur den Religionswechsel, sondern auch Glaubensgespräche und die »Verletzung religiöser Gefühle« unter Strafe stellen, steht zu befürchten, dass es in ähnlicher Weise wie das Blasphemie-Gesetz in Pakistan missbraucht werden könnte. Dort werden Christen häufig bei einfachen Streitigkeiten mit Muslimen – beispielsweise um Besitz – wegen angeblicher Gotteslästerung angezeigt.

Die für Christen ohnehin schwierige Situation in Nepal verschärft sich durch das neue Gesetz drastisch. Auch unsere Mitarbeiter werden dadurch bei ihrer Arbeit noch vorsichtiger vorgehen müssen, um nicht Gefahr zu laufen, mit unbezahlbaren Geldbußen belegt oder ins Gefängnis geworfen zu werden.