
Vom Müllberg zum Fels der Ewigkeit
Chandras Eltern waren wohlhabend, doch wenige Jahre nach der Hochzeit war das ganze Geld verprasst. Daran zerbrach die Familie. Die Eltern wurden über tausende Kilometer getrennt, die Kinder bei diversen Leuten verteilt. Und als Vater, Mutter und Geschwister einige Jahre später wieder zusammenkamen, war es nicht in einem schönen Haus wie zuvor. Die Familie lebte nun am Rand einer Müllhalde und sammelte Abfall, um zu überleben.
Und genau dort, zwischen Gestank, Scham und Hunger, geschah etwas Unerwartetes: Chandra, jetzt 15 Jahre alt, hörte zum ersten Mal das Evangelium von Jesus Christus. Diese Botschaft drang durch all das Elend hindurch direkt in sein Herz. Und wie die Flamme, die von einer Kerze zur anderen geht, kam nach und nach seine ganze Familie zum Glauben.
Aber die Armut blieb. Eine Missionsschule bot kostenlosen Unterricht an. Das war nicht Chandras Traum, aber die einzige Chance, der Müllhalde zu entkommen. Danach schickte ihn die Schule nach Bali, um dort eine Gemeinde zu gründen – ohne Geld, ohne Sicherheit, oft ohne genug zu essen. Er und sein Team überlebten dank der Gastfreundschaft anderer. Manchmal aßen sie sogar Schlangen, Warane oder Katzen.
Chandra heiratete, doch bereits eine Woche später mussten er und seine Frau die Eheringe verkaufen, um Lebensmittel zu kaufen. Jahrelang bestanden ihre Hauptmahlzeiten aus Reis und Instantnudeln. Die Miete war ständig zu spät. Seine Frau weinte manchmal vor Scham. Und dann kam ein weiterer Schlag: Die Gemeinde, die er gegründet hatte, warf ihn hinaus. Er war den Leuten zu ungebildet.
Doch Chandra stand auf und begann von vorne. Erneut gründete er eine Gemeinde, zu Beginn waren es sieben Gläubige. Und einige gingen auch wieder. Er hatte kein Geld, kein Motorrad, kein Studium – nichts, womit er sie beeindrucken konnte. Als er eines Tages wieder verzweifelt im Gebet seine Not klagte, hörte er Gottes Stimme: »Chandra, wenn ich dein Gebet beantworte, zeigt das, dass ich groß bin. Wenn ich aber schweige, dann sage ich: Du bist groß. Jetzt steh auf. Tu etwas!«
Chandra verstand nicht, aber gehorchte. Schritt für Schritt bauten er und seine Frau kleine Geschäfte auf: Kuchen- und Kokosnusshandel, Buchübersetzungen, Auftragsarbeiten, Vorträge und Make-up-Kunst. Langsam und mühsam, aber auf wundersame Weise begannen die Finanzen zu wachsen. 22 Jahre nach Abschluss der Missionsschule schenkte Gott der Familie ein eigenes Haus und ein Auto. Der älteste Sohn, der unterernährt in einem Krankenhaus geboren wurde und seine frühen Jahre in einer Armenschule verbrachte, studiert jetzt in den USA.
Und die kleine Gemeinde, die mit sieben entmutigten Menschen begann, ist über 1000 Mitglieder angewachsen. Der Pastor weiß, wovon er spricht, wenn er sagt: »Wenn du dich gerade in deiner eigenen >Mülltonne< befindest – in Scham, Armut oder Zerbruch: Gott sieht dich. Die Grube ist nicht dein Ende. Sie ist Gottes Vorbereitung«



