Haiti aktuell

Deutscher Projektleiter überwacht Lebensmittelverteilung


09.02.2010 Projektleiter entsandt

 

Ein Projektleiter wurde für drei Monate nach Haiti entsandt. Er wird unsere Hilfe umfassend koordinieren und überwachen - damit sie bei den Bedürftigen ankommt. 

 

Ab Mitte Februar werden insgesamt etwa 17.000 Menschen für drei Monate mit Essen versorgt. Auf Bitten des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, die unser Hilfsprojekt finanziell unterstützt, werden wir neben zwei Waisenhäusern, die jetzt schon verpflegt werden, zusätzlich fünf Waisenhäuser in unser Hilfsprogramm aufnehmen.

 

Eine zweite Medikamentenlieferung enthält neben den dringend benötigten Medikamenten auch Rollstühle, Tragbahren und Notarztkoffer.

 

Alles zu bewältigen, stellt eine sehr große Herausforderung an die einheimischen und ausländischen Helfer dar. Die Situation ist weiterhin von großen Schwierigkeiten geprägt und fordert die Mitarbeiter auf das Äußerste: Fahrzeugmangel, Treibstoffknappheit, stundenlange Staus, Hunger, Aggressionen und vieles mehr.


Diese Gesichter sprechen Bände


27.01.2010 Hilfe voll angelaufen

 

Nachdem unser Mitarbeiter aus Haiti zurückgekehrt ist und dort die erste Hilfe organisiert und Möglichkeiten für weitere ausgelotet hat, wird morgen unser Projektleiter  aufbrechen und für mehrere Monate vor Ort unsere Hilfsmaßnahmen koordinieren und überwachen – damit Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird.

 

Etwa 15.000 Menschen in Gonaives, Terre-Noir und Carrefour werden bereits jetzt von AVC / NEHEMIA mit Lebensmitteln versorgt. Unsere Medikamente wurden an drei Krankenhäuser verteilt und sind dort sehr dankbar entgegengenommen worden.

Keine Überlebenchance hier..
...Hoffnung dort
Sie sollen wieder lernen, zu lachen

21. Januar 2010  Nervenzerrend

 

Heute erreichte uns eine Mail unseres Mitarbeiters. Die Situation in dem Land ist extrem belastend, zerrt an den Nerven.

 

Volker Baumann schreibt: »Neben all den anderen Aufgaben eine Mail zu schreiben oder zu telefonieren, ist mehr als Glückssache, da alle Leitungen fast hoffnungslos überlastet sind. Zudem ist der Verkehr hier mit "Chaos" freundlich beschrieben.«

 

Nach den ersten Erkundungen kristallisiert sich für uns folgende Hilfe heraus.

Überwiegend außerhalb der Hauptstadt soll der größten Not begegnet werden. Wir wollen uns auf Übergabe von Medikamenten und Nahrungsrationen konzentrieren. Das berücksichtigt den derzeitig dringendsten Bedarf. Ärzte stehen ausreichend zur Verfügung.

 

In Titanyen (20 km nordwestlich von Port au Prince) sollen 11.000, in Gonaive 2.000, in Léogane (50 km westlich von Port au Prince) 2.000 und im Waisenheim in Carrefoure 300 Personen versorgt werden mit speziellen, auf Krisenfälle abgestimmten Essensrationen, die zusätzlich Mineralien und Vitamine enthalten.


20. Januar 2010  Mitarbeiter schlägt sich nach Carrefour durch

 

Unser Mitarbeiter Volker Baumann benötige zwei Tage von der Dominikanischen Republik bis nach Port-Au-Prince. Er ist schockiert über die Zustände in Porte au Prince.

 

Volker Baumann kann, wenn überhaupt, nur kurze Nachrichten im Telegramstil absetzen. Er schreibt: »Ich versuche, heute nach Carrefour zu gelangen. Das Zentrum von Porte au Prince sieht verheerend aus. Kein Telefon, kein Benzin. Hier herrscht ein gewaltiges Verkehr-Chaos.«

»Gerade war ein Nachbeben.« Mit dieser nüchternen Bemerkung ist das gewaltige Nachbeben gemeint, dass die Stärke 6.1 erreichte. Unter den Menschen brach Panik aus. Über Opfer und Schäden liegen noch keine verlässlichen Meldungen vor.  

 

»Wir beginnen morgen mit der Verteilung.« ist die positive Nachricht, die wir erhielten.  

 

Vor Ort fragen sich Helfer: »Was können wir tun? Die Krankenhäuser hier in der Stadt sind überfüllt mit Flüchtlingen aus Port-au-Prince: Offene Wunden, Quetschungen, Arm- und Beinbrüche - es wird in nächster Zeit viele Amputierte geben in Haiti. «

 

Aktuelle Bilder ©Lebensmission Haiti

15. Januar 2010  Helfen Sie uns helfen!

 

Fassungslos hören und sehen wir die Nachrichten der letzten Tage aus Haiti. Erinnerungen an den Tsunami in Süd-Ost-Asien vor fünf Jahren werden geweckt.

 

Das ärmste Land Amerikas ist durch das schwerste Erdbeben seit 200 Jahren bis auf den Lebensnerv getroffen. Von über 100.000 Toten im Land spricht die Regierung; nach ähnlichen Erfahrungen ist eine höhere Zahl zu befürchten.

Das Rote Kreuz schätzt, dass jeder dritte Bewohner Haitis sein Leben oder seine Habe verloren hat. Im Umkreis von etwa 100 km um die Hauptstadt Port-au-Prince wird es jeder Zweite sein.

Schon zwei Tage nach der Katastrophe ist eine erste Sendung mit speziell auf Erdbebenopfer abgestimmten Medikamenten per Luftfracht auf den Weg nach Port-au-Prince gebracht worden. Ein erfahrener Mitarbeiter aus Nidda ist am 17. Januar im Notgebiet eingetroffen, um die Lage genauer zu erkunden und weitere Hilfe abzustimmen. Beim Auswärtigen Amt in Berlin ist schon Stunden nach dem Beben um finanzielle Förderung nachgesucht worden. Eine Zusage ist signalisiert.

AVC Deutschland und Österreich leisten die Nothilfe zusammen mit dem NEHEMIA Christenhilfsdienst, mit dem bereits von einem Hilfsprojekt im Jahr 2004 örtliche Kontakte bestehen. Zwei Krankenhäuser und ein Waisenheim werden die ersten Anlaufstationen in der Hauptstadt sein, um Hilfe zu überbringen.

 

Christliche Notfall-Helfer aus mehreren Nationen mit Erfahrungen in Seelsorge bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

 

Wenn Sie den Menschen in Haiti helfen möchten, können Sie gerne eine Spende überweisen. Stichwort: »Katastrophenhilfe Haiti«


Erdbeben auf Haiti


Er kam mit dem Schreck davon. ©Mama Esther, Carrefour